Kriegsopfern die Ehre erwiesen

Tradition Politiker und Vertreter des Heeres gedenken gemeinsam am Ehrenmal

28. November 2017

Am Ehrenmal des deutschen Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein wurde der Opfer von Kriegen, Verfolgung und Gewaltherrschaft gedacht. Ministerpräsident a.D. Bernhard Vogel (rechts) hielt die Gedenkansprache. In der Mitte Heeresinspekteur Generalleutnant Jörg Vollmer, links der Präsident des Kuratoriums Ehrenmal, Generalleutnant a.D. Hans-Otto Budde.

Quelle: Rhein-Zeitung Frühausgabe vom Freitag, 24. November 2017, Seite 21, von Winfried Scholz

  

Koblenz. Mit Bernhard Vogel und Kurt Beck waren zwei Ministerpräsidenten a.D. unter den Ehrengästen, als das deutsche Heer an seinem Ehrenmal auf der Festung Ehrenbreitstein den Opfern von Krieg, Verfolgung und Gewaltherrschaft, den Gefallenen der beiden Weltkriege sowie den im Einsatz gefallenen und im Dienst ums Leben gekommenen Heeressoldaten der Bundeswehr gedachte. Heeresinspekteur Generalleutnant Jörg Vollmer legte zusammen mit Vogel und dem Präsidenten des Kuratoriums Ehrenmal, Generalleutnant a.D. Hans-Otto Budde, Kränze nieder. Neben anderen ehrten Beck und Innenminister Roger Lewentz für das Land und Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig für die Stadt die Toten mit Kränzen.

Bernhard Vogel dankte in seiner Gedenkansprache dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der auf mehr als 100 Soldatenfriedhöfen mehr als zwei Millionen Gräber pflegt. Er wies darauf hin, dass Deutschland seit mehr als 70 Jahren in Frieden lebt, angesichts von 250 Kriegen in der Welt seit 1945. Den Frieden zu erhalten und zu verteidigen, sei ständige Pflicht von Politik und Bundeswehr. Nach seinen Worten haben die meisten deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, missbraucht durch ein verbrecherisches Regime, tapfer für ihr Land gekämpft. Besonders erwähnte er hier das grausame Elend der Soldaten in Stalingrad vor 75 Jahren. Vogel erinnerte, auch der Widerstand sei zum größten Teil aus den Reihen der Wehrmacht hervorgegangen.  

Vogel sagte, es sei gut, wenn über die Vergangenheit der Truppe neu nachgedacht wird: „Nazisymbole in deutschen Kasernen darf es nicht geben. Aber ein Foto mit Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform abzuhängen, ist Unsinn“, sagte er in Anlehnung an eine Aktion im Frühjahr in der Hamburger Bundeswehrhochschule, Helmut-Schmidt-Universität. Die Militärdekane Monsignore Rainer Schnettker und Thomas Balz sprachen schließlich ein gemeinsames Gebet und trugen den Psalm 23 vor.  

Generalleutnant Vollmer sagte in seinem Totengedenken, das Mahnmal sei nicht nur ein Ort der Trauer und Erinnerung, sondern mahne uns, sich für Frieden, Recht und Freiheit einzusetzen. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier vom Heeresmusikkorps Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle. Das Heeresmusikkorps Koblenz befindet sich auf Dienstreise in den Vereinigten Staaten.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel