Der Opfer von Krieg und Völkermord gedacht

Volkstrauertag Im Kreis MYK und der Stadt Koblenz wurde bei zahlreichen Veranstaltungen die Bedeutung des Erinnerns betont

22. November 2017

Wie auf dem Soldatenfriedhof in Pfaffenheck wurde am Volkstrauertag der Kriegstoten und der Opfer von Gewalt gedacht. Landrat Alexander Saftig betonte bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Kreises Mayen-Koblenz, dass sie eine Verpflichtung zum Frieden seien. Foto: Peter Karges

Rhein-Zeitung Frühausgabe vom Montag, 20. November 2017, Seite 15, Bericht von Peter Karges   

Kreis MYK/Koblenz. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde im Kreis Mayen-Koblenz und in Koblenz am gestrigen Volkstrauertag der Toten der Weltkriege und der Opfer von Terror und Gewalt gedacht. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Kreises Mayen-Koblenz auf dem Soldatenfriedhof in Pfaffenheck betonte Landrat Alexander Saftig, dass der Volkstrauer auch 72 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen tiefen Sinn habe. „Der Volkstrauertag ist ein Tag des Erinnerns und des Innehaltens, wir erinnern uns heute auch daran, dass wir uns jeden Tag um den Frieden bemühen müssen“, sagte Saftig.  

Natürlich hat der Volkstrauertag heutzutage einen anderen Charakter als in den 50er-Jahren, als man in vielen Familien den Tod eines nahen Angehörigen betrauerte, den des gefallenen Ehemanns, Vaters oder Bruders. „Aber der Wahnsinn Krieg ist noch nicht zu Ende“, sagte Saftig. Und mit Blick auf die zahlreichen Konflikte, Bürgerkriege und Terroranschläge der jüngeren Vergangenheit betonte der Landrat, dass Frieden im 21. Jahrhundert ein höchst fragiles Gebilde sei. Umso notwendiger sei der Blick in die eigene Geschichte, und dabei auch gerade in deren düstere Kapitel. Mahatma Gandhi zitierend erinnerte Saftig daran, dass man sich immer für den Frieden einsetzen müsse. „Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg“, sagte der Landrat.  

Auch Major Martin Lossen unterstrich für die Bundeswehr auf dem Soldatenfriedhof in Pfaffenheck die Bedeutung des Volkstrauertags. Mit dem Gedenken an die Opfer von Krieg, Vertreibung und Völkermord sei er unter anderem eine Mahnung zur Versöhnung und für eine offene Gesellschaft.  

In Koblenz erinnerte Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz daran, dass die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt uns eine Mahnung sind. Eine Mahnung, so die Kulturdezernentin, gewissenlosen Tyrannen in den Arm zu fallen, damit Menschen nicht wieder ein solches Leid erfahren, wie es im 20. Jahrhundert so häufig geschah. „Der Tod der Millionen muss uns Verpflichtung sein, dass bei immer größerem zeitlichen Abstand keine Relativierung, keine Aufrechnung vorgenommen wird. Wir haben die Verpflichtung, dass so etwas nie wieder passieren darf“, betonte Margit Theis-Scholz.  

Weitere Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag fanden unter anderem in Urmitz und in Kettig statt. In Urmitz ging Ortsbürgermeister Norbert Baal auf den Wandel ein, den der Volkstrauertag seit seinem Bestehen Anfang der 20er-Jahre genommen hatte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er als ein Gedenktag für die gefallenen Soldaten begangenen, ab 1926 immer am fünften Sonntag vor Ostern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Volkstrauertag in den November verlegt.  

„Und seit den 50er-Jahren ist der Volkstrauertag dem Gedenken an die Kriegstoten und die Opfer aller Gewaltherrschaft gewidmet“, sagte Nobert Baal. Der Urmitzer Ortschef erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es allerdings einiger Zeit bedurfte, bis der Opfer des Nationalsozialismus ebenso gedacht wurde wie der gefallenen Soldaten. Die jetzige Form des Volkstrauertags, die explizit auch der Opfer von Terror und Völkermord gedenke, biete auch Raum, die Erfahrungen der heutigen Kriegsflüchtlinge aufzunehmen und ihnen mit Respekt und Mitgefühl zu begegnen.  

In Kettig erinnerte Wolfgang Höfer, Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde, daran, dass auch im 21. Jahrhundert Terror und Gewalt leider keineswegs verschwunden seien. Umso wichtig sei die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel