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Besondere Kriegsgräberstätten in Mecklenburg-Vorpommern
Kriegsgrab "Ernst Lübbert" Alter Friedhof Schwerin
04. Mai 2020
  • Mecklenburg-Vorpommern

Ein Gefallener des Ersten Weltkrieges auf dem
Alten Friedhof Schwerin.
Der mecklenburgische Künstler Ernst Lübbert

Das Familiengrab Lübbert befindet sich im
Bereich XIIIb des Alten Friedhofes Schwerin.
Unter den Grabzeichen ragt ein Gedenkstein
durch seine besondere Form und Höhe erheblich
aus der Familiengrabanlage heraus: der Obelisk
für den im Ersten Weltkrieg gefallenen Maler und
Illustrator Ernst Lübbert.

Der Obelisk wurde durch den mecklenburgischen Bildhauer Wilhelm Wandschneider gestaltet, der mit Lübbert freundschaftlich verbunden war. Ein massiver Sockel aus Naturstein trägt auf der Vorderseite ein Halbrelief des Kopfes von Ernst Lübbert. Darüber ist ein etwa 3,50 m hoher Obelisk ebenfalls aus Naturstein aufgesetzt, der auf der Vorderseite mit einer Traubenranke dekoriert ist. Der Obelisk wird durch ein keltisches Kreuz bekrönt, welches Wandschneider auch an anderer Stelle für Kriegerdenkmale verwendete. Unterhalb des Reliefs auf der Basis des Sockels befindet sich die Aufschrift: „Der Künstler fand den Heldentod als Komp.(anie) Führer in Russland 29.8.1915. *26.7.1874.“
Der in Warin geborene Ernst Lübbert lebte vor dem Ersten Weltkrieg wie viele Künstler seiner Zeit nicht mehr in der Heimat, sondern in der Weltstadt Berlin. Er hatte sich im deutschen Kaiserreich als erfolgreicher Illustrator einen Namen gemacht. Als Sohn bürgerlicher Herkunft absolvierte er zuvor als Einjährigfreiwilliger (Offizieranwärter) seinen Militärdienst. Mit Kriegsbeginn wurde er als Leutnant d. R. dem preußischen Infanterie-Regiment 374 zugeteilt. Das Regiment wurde an der Ostfront eingesetzt. Im Kriegsjahr 1915 sollte durch die Eroberung der russischen Festungsstadt Grodno eine entscheidende Wende an der Ostfront herbeigeführt werden. Lübbert war an der Front weiterhin als Künstler tätig – was viele seiner Zeichnungen belegen. Beim Angriff auf Grodno war auch das Infanterie-Regiment 374 beteiligt. Ernst Lübbert fiel als Kompaniechef beim Sturm auf Grodno mit Bauchschuss. Sein Leichnam wurde nach Schwerin überführt.
Sein Grab auf dem Alten Friedhof ist kein anerkanntes Kriegsgrab. Doch lohnt es sich hierher einen Abstecher zu machen.

Lage der Kriegsgräberstätte (Familiengrab) Ernst Lübbert

Erinnerungsorte in Warin und Neubrandenburg

Ernst Lübbert 26.07.1874 - 29.08.1915 - Frontfoto

Halbrelief Ernst Lübbert - altes Foto

Obelisk Ernst Lübbert

Familiengrabstätte mit Obelisk

Halbrelief Ernst Lübbert

Arbeiten von Ernst Lübbert